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Altersspezifische Ernährung für den Hund
Proteine, Kohlehydrate, Fette, Ergänzungsstoffe, Spurenelemente - in der Ernährungswissenschaft werden immer wieder neue Erkenntnisse veröffentlicht, deren Wissen und Umsetzung für eine gesunde Ernährung immens
wichtig sind. Dies gilt für Mensch und Tier. Wie ist der aktuelle Stand der Wissenschaft zur gesunden und altersspezifischen Ernährung unserer Hunde? Wie wir alle wissen, ist Füttern nicht nur Nahrungsverabreichung,
sondern eine wichtige Art der Zuwendung für unseren vierbeinigen Freund. Denn häufig vorkommende Fütterungsfehler sind:
- Überfütterung mit kompletten und ausgewogenen Futtermitteln,
- unausgewogene Ernährung: z.B. zu hohe Mineralstoff- und Vitaminzugaben (Calzium!), Energie- und Eiweißzugaben, zu niedrige Mineralstoff- und Vitamingehalte (z.B. bei reiner Fleischfütterung).
Hunde sind Beutefresser, d. h. Fleischfresser, die von Eiweiß und Fett tierischer Herkunft leben. Die Futteraufnahme wird wie bei allen Tieren gesteuert durch
- den Erhaltungstrieb,
- das Wachstum
- den Aktivitätsgrad
- die Gravidität.
Energie ist also das Hauptbedürfnis des Körpers.
Da unsere vierbeinigen Freunde nicht in der Wildbahn leben, sind sie bei der Futterversorgung voll von dem abhängig, was wir ihnen anbieten und welche Gewohnheiten wir bei ihnen erzeugen.
Was muss aus diesem Grunde bei der Fütterung Berücksichtigung finden?
- Das Lebensalter: Jungtiere / erwachsene Tiere / alte Tiere
- Hunderasse / Hundegröße: Kleinhund / mittelgroßer Hund / große Rassen
- Wachstum verschiedener Rassen
- Lebensphase: Gravidität / Laktation
- Lebensweise: Aktivitätsniveau
- Besondere Bedürfnisse: Übergewicht / Untergewicht / Unverträglichkeiten
- Diätische Unterstützung: Krankheiten (Niere, Leber, Haut, Harntrakt, Magen-Darm...)
Die richtige Berechnung des Energiebedarfs eines Hundes ist zeitraubend und wird im Alltag vom Tierbesitzer nicht durchgeführt. Futterhersteller geben deshalb in der Regel Fütterungsmengen an. Diese können jedoch
individuell um +/- 25 % schwanken. Daher ist es wichtig, das Gewicht des Tieres regelmäßig zu überprüfen. Sie sollten für ihr Tier ein Futter wählen, das komplett (enthält alle Nährstoffe) und ausgewogen (weder
Nährstoffüberschuß noch Nährstoffmangel) ist, um das physiologische Gleichgewicht im Körper zu halten. Die Zutaten lesen Sie auf der Futterverpackung. Je mehr Zutaten tierischer Herkunft direkt
benannt enthalten sind und je weiter oben sie auf der Nennliste stehen, desto hochwertiger ist die Qualität der Hundenahrung.
Die wichtigsten Nährstoffe für ihren Hund sind: Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate.
Funktion der Proteine:
Aufbau und Erhaltung von Muskeln, Fell, Haut, Knochen, Baustein für körpereigene Enzyme, Hormone und Antikörper und Energielieferant.
Funktion der Nahrungsfette:
Energielieferant, Lieferant lebenswichtiger Fettsäuren, regelt den Transport der Nährstoffe durch die Zellwand, ist Baustein von Hormonen und transportiert fettlösliche Vitamine.
Funktion der Kohlehydrate: liefern leicht verfügbare Energie (Glukose) und helfen, die Energiedichte der Nahrung zu verringern, unterstützen die Darmmotorik und die
Gesundheit des Darmtraktes.
Wachstum verschiedener Rassen:
Große Hunderassen wachsen zwar sehr schnell benötigen aber trotzdem längere Zeit, bis sie das Endgewicht als erwachsenes Tier erreichen. Gleichzeitig ist ersichtlich, dass die großen Rassen mit ca. 6 Jahren bereits
das Seniorenalter erreichen, die kleinen Rassen dagegen erst mit ca. 10 Jahren. Entsprechendordnen Sie bitte ihr Tier zu und beachten dann die Besonderheiten der Fütterung.
Ernährung von Welpen und Junghunden:
Drei Wochen lang sind die Welpen völlig auf Muttermilch angewiesen. Die Milch der ersten Tage, das Kolostrum, enthält mütterliche Abwehrkörper zum Schutz der Welpen gegen Infektionskrankheiten. Aber auch die baldige
Zufuhr von Nährstoffen ist entscheidend, denn die Neugeborenen verfügen nur über sehr kleine Energiereserven. Bereits vom ersten Tag an, spätestens nach 2 Tagen, sollten die Welpen kontinuierlich zunehmen. Dabei
werden pro Gramm Zuwachs etwa 2,5 ml Milch benötigt (z. B. ein Schäferhundwelpe benötigt ca. 175 ml Hundemilch täglich). Die Milch der Hündin enthält doppelt so viel Fett wie Kuhmilch und ist reicher an
ungesättigten Fettsäuren.
Bereits in der 4 Woche benötigen die Jungen mehr und andere Nahrung als die Hündin ihnen geben kann. Je größer der Wurf und je frohwüchsiger die Welpen, um so eher sollte mit der Beifütterung begonnen werden. So wird
das Muttertier entlastet und die Versorgung mit Spurenelementen, vor allem Eisen, sichergestellt. In dieser Zeit bis zur 8. Woche sollten die Welpen eine Übergangsnahrung (Welpenbrei, Puppy-Granulat) erhalten, denn
diese ermöglicht eine problemlose Umstellung auf feste Nahrung und vermeidet Durchfall. Zusätzliche Mineralstoff- und Vitamingaben sind nicht notwendig und können sogar schaden.
Ab der 7 Woche setzt man dieser Nahrung Schritt für Schritt immer größere Mengen an Welpenvollnahrung zu, abgestimmt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Rasse (die Hersteller unterscheiden in kleine, mittlere und
große Rassen).
Die Ernährung des jungen Hundes bis zum Erreichen des genetisch festgelegten Endgewichtes muss mit dem rapiden Zuwachs an Muskulatur und Skelett Schritt halten. Deshalb sollten die Fütterungshinweise beachtet werden.
Während des Wachstums sollte auf geringe Magenfüllung geachtet werden: bis zum 6. Monat 3 - 4 Mahlzeiten, bis zum 9. Monat 3 Mahlzeiten, ab dem 9. Monat zwei Mahlzeiten.
Junge Hunde mit rapidem Zuwachs an Muskulatur und Knochen benötigen eine Aufzuchtsnahrung mit besonders viel tierischem, hochwertigem Eiweiß, ausreichen Calcium und Phosphor sowie Vitaminen. Eine angemessene, nicht
übermäßige Energieversorgung bewahrt vor Fettansatz und zu schnellem Wachstum mit Störungen der Skelettentwicklung.
Ernährung der tragenden Hündin
Auch die tragende Hündin braucht ab der 5. Trächtigkeitswoche, mit einsetzendem Massenwachstum der Feten, ein erhöhtes Nährstoffangebot. In dieser Phase bietet man daher ebenfalls eine hochverdauliche, schmackhafte
Nahrung an.
Kurze Zeit vor und nach dem Werfen hat die Hündin trotz des stetig steigenden Bedarfs kaum Appetit.
Darum darf man ihr schon wenige Tage vor dem Werfen eine wohlschmeckende, sehr energie- und eiweißreiche Hochleistungsnahrung anbieten. Diese Hochleistungsnahrung ist besonders für die kommenden 8 Wochen des Säugens
notwendig, denn der Energiebedarf steigt mit beginnender Milchbildung rapide an.
Sobald die Welpen von der Mutter abgesetzt sind, bietet man der Hündin eine Nahrung für ausgewachsene Hunde an. Die Fütterungsmenge wird dabei über 3 Tage nach dem Absetzen von der halben auf die gewohnte Portion
angehoben, damit die Milchproduktion schmerzfrei zurückgeht.
Ernährung erwachsener Hunde:
Der erwachsene, normal gehaltene Hund benötigt zur Erhaltung seines Idealgewichtes eine moderate Energieversorgung. Wertvolle Eiweiße und genau abgestimmte Mineral- und Vitamingehalte in der Nahrung gewährleisten eine gut Kondition.
Aktive Hunde, die Trainingsprogramme und kurzzeitige oder dauernde Leistungen zu absolvieren haben, müssen angepasst ernährt werden. Die gesamte Rationsgestaltung wird sich am
Energiebedarf der jeweiligen Trainingseinheiten orientieren, und die übrigen Nährstoffe müssen entsprechend angepasst sein. Der Einsatz von Fett, dem wirkungsvollsten Energieträger, wird in Abstufung am leichtesten
gerecht.
Kohlenhydrate spielen bei Windhundrennen als Energielieferant nur eine gewisse Rolle.
Leicht verdauliche Proteine mit einer ausgeogenen Aminosäurezusammensetzung ermöglicht einen Muskelaufbau ohne den Anfall übermäßig hoher Mengen an harnpflichtigen Stoffen. Eine ausgewogene Mineralstoff- und
Spurenelementversorgung unterstützt neben Muskel- und Nervenfunktionen auch den Wasserhaushalt.
Kleine Hunderassen unterscheiden sich in ihrem Bewegungsdrang, aber auch in ihrem Stoffwechsel von großen Hunden. Dem intensiven Stoffwechsel steht bei kleinen Hunden wegen des kurzen Magen-Darm-Kanals eine geringe Verdauungskapazität gegenüber. Nur besonders hochverdauliche Nahrung, die außerordentlich reich an essentiellen Aminosäuren, Fettsäuren, Spurenelementen und Vitaminen ist, wird diesem Anspruch gerecht.
Bei große Hunden ist die Bewegungsfähigkeit durch die Gelenke vorfegeben. Deren Funktionfähigkeit beruht auf einem fein abgestimmten System, in dem Knochen, Knorpel und Muskeln zusammenspielen. Der Knorpel unterliegt ständigen Auf- und Abbauprozessen, der durch verschiedene Faktoren gestört werden kann: zu starke Belastung, zu wenig Bewegung, Verletzungen, Entzündungen, fortschreitendens Lebensalter. Ein ausgewogen und hochwertig ernährter Hund hat die besten Voraussetzungen für eine gesunde Skelettentwicklung und einen kräftigen Muskelaufbau. Schmerzen treten erst dann auf, wenn der Knorpel abgenutzt ist, wenn Knochen auf Knochen reiben. Sie sollten also vorbeugend füttern. Hundenahrung für große Rassen haben einen Zusatz von Glucosamin und Chondroitinsulfat. Wichtig ist, dass der Hundehalter auf das Idealgewicht seines Hundes und auf ausreichende und regelmäßige Bewegung achten sollte.
Ernährung des alternden Hundes:
Die Freundschaft mit einem Hund ist etwas Wunderbares. Wir wünschen uns deshalb für ihn ein langes Hundeleben.
Gönnen Sie ihrem alternden Hund viel Zuwendung, ausreichende Bewegung und Pflege.
Die Nahrung für alternde Hunde muss einen angepassten Eiweiß- und Fettgehalt haben, der für den Erhalt der Körpersubstenz des alternden Tieres sorgt und die Leistungsfähigkeit stärk des Immunsystems stärkt.
Zusätzlich sollten sie Vitamin E und C enthalten, die beim Stoffwechsel entstehende Giftstoffe abfangen können und dadurch den Angriff an den Zellwänden verhindern. Wichtig ist auch ein geringerer Phosphorgehalt in
der Nahrung, um die Nieren zu schützen. Zur Unterstützung der Harnfunktion tragen Taurin und Carnitin im Futter bei. Besonders wichtig ist ein höherer Anteil an hochverdaulichen Rohstoffen mit hohem Rohfaseranteil.
Spurenelemente sollten in cheliertem Zustand enthalten sein, damit sie optimal vom älteren Hund genutzt werden können. Hier bieten wir hervorragende pflanzliche Zusätze zur Nahrungsergänzung in unserer Praxis an.
Fazit:
Durch optimale Pflege, ausreichende Bewegung, regelmäßige Untersuchung durch ihren Tierarzt und eine hochwertige Ernährung ist es möglich, die Vitalität ihres Hundes bis ins hohe Alter zu erhalten.
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